Fachinformationen für Ärzte

Prinzip der Immunadsorption -
von Priv.-Doz. Dr. med. Markus Meier

Die Immunadsorption ist ein neues Verfahren in der Nephrologie mit dem gezielt Antikörper aus dem Blut entfernt werden können. Hierbei wird dem Patienten, wie beim Blutspenden, in jede Ellenbeuge eine Nadel gelegt. Ein zentraler Venenkatheter ist nur sehr selten notwendig.

Im Fall der Atopischen Dermatitis wird zunächst das Plasma vom Vollblut getrennt (Plasmaseperation, Abbildung). In einem zweiten Schritt wird das IgE aus dem separierten Plasma durch einen Antikörper spezifisch in einer Säule gebunden (Adsorption) und damit aus dem extrakorporalen Kreislauf entfernt. Alle anderen Blut- und Plasmabestandteile werden nicht verändert und dem Patienten zurück infundiert.

Da jede Säule nach vollständiger Beladung mit dem IgE-Antikörper durch Spülung mit Pufferlösungen „regeneriert“ wird, kann durch zwei Säulen, die im Wechsel mit Plasma be- und entladen werden, eine kontinuierliche Behandlung erfolgen (Abbildung). Dadurch lässt sich bereits während einer Behandlung von 3 bis 4 Stunden der Titer des Immunglobulin E um über 80-90% senken.

Ein großer Vorteil der Immunadsorption gegenüber den anderen Aphereseverfahren ist die spezifische Elimination pathogener Substanzen, so dass die Behandlung nur mit sehr geringen Nebenwirkungen einhergeht. Bei den bisherigen über 200 durchgeführten Behandlungen sind lediglich geringe orthostatische Kreislaufregulationsstörungen beobachtet wurden.